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Mit Mooreiche zum individuellen Whisky

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Durch Zufall bin ich in einem Gespräch mit einem Freund auf einen Produktentwickler aufmerksam geworden, der eine einzigartige Idee in ein funktionierendes, spannendes Produkt umgesetzt hat. Es handelt sich dabei um eine ausgesuchte Mooreiche, welche in Form von kleinen Röllchen Spirituosen in der Flasche nachreifen lässt. Das Produkt soll nach umfangreichen Tests 2016 unter dem Namen „Paul Moore“ auf den Markt kommen.

Nach dem ich „Paul Moore“ persönlich kennen gelernt habe, konnte ich ihn zur Überlassung von ein paar Proben überreden. Diese habe ich während der letzten Wochen in verschiedene Whiskyproben eingelegt, beobachtet und verkostet. Die Ergebnisse haben mich echt überrascht. Er hat mir vorab ein paar Rollen verkauft. Da ich weiß, dass Whisky-Nachreifung für viele ein heißes Thema ist biete ich den „interessierten Geistern“ diese ersten Mooreichenrollen zur Teilung an. Die Mooreichenrollen gibt es momentan nur bei „Paul Moore“ persönlich und bei mir. ☺

Nun liegen in meinem Lager 50 Stück geräucherte und 50 Stück unbehandelte Mooreichenrollen. Zusammen mit einer schicken Flasche und einer Gebrauchsanweisung könnten sie sich auf den Weg zu Euch machen. Bitte habt Verständnis, dass ich pro Person maximal eine Rolle von jeder Sorte abgeben kann. Die Ressourcen sind nicht unendlich und ich möchte, dass möglichst viele „Geister“ zum Zuge kommen.

Die Markteinführung ist für 2016 vorgesehen. Der Preis für eine Rolle in einer dekorativen Glasflasche soll bei ca. 30 Euro liegen.

Das Produkt


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Es handelt sich dabei um ein modifiziertes Stück jahrtausendalter Mooreiche. Dieses Holzröllchen kann man in jede handelsübliche Spirituosenflasche geben.
Innerhalb von wenigen Tagen, Wochen, Monaten löst die Spirituose Farb-und Aromastoffe aus dem Holz und verändert die Qualität des Destillats nachhaltig.

Was ist Mooreiche?
Mooreiche ist äußerst selten und kostbar. In dem Jahrtausende andauernden Reifeprozess des Holzes entwickelten sich die für das Mooreichenholz typischen und einzigartigen Aromen. Im Unterschied zu allen anderen Hölzern vereint die Mooreiche in sich eine Mineralienkombination aus Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium. Durch die Lagerung in alkoholhaltigen Flüssigkeiten (min. 40%vol.) verbinden sich die wertvollen Inhaltsstoffe und Aromen mit dem Destillat zu einem einzigartigem und unverwechselbaren, rotgolden leuchtenden Tropfen.


Der Test


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Ich schnappte mir kurzerhand drei Flaschen, die zum einen schon offen und zum anderen noch genug Whisky enthielten, um einen vernünftigen Test zu absolvieren. Der Balvenie und der Laphroaig dürfte sicher vielen bekannt sein, vom Ben Nevis hatte ich eine eigene Abfüllung gemacht und noch genug Flaschen am Lager. Rein aus dem Bauchgefühl beschloss ich, den Balvenie mit einem unbehandelten Stück Mooreiche nachzureifen, für den Ben Nevis und den Laphroaig nutzte ich geräucherte Mooreiche.

Testumgebung:
Ein Stück Mooreiche in eine 0,2 Liter Glasflasche, Whisky darauf geben, Korken rein. Jetzt warten. Ich wollte den Tropfen eigentlich einen ganzen Monat Zeit geben, doch bereits nach wenigen Tagen begannen sich Ben Nevis und Laphroaig deutlich dunkler zu verfärben. So entschied ich mich, nach 10 Tagen die erste Testreihe zu beenden und begann, die nachgereiften Tropfen zu analysieren und zu verkosten.


BALVENIE DOUBLE WOOD 12 Jahre


BALVENIE
Wie schmeckt das Original?

Viele Quereinsteiger lieben den Double Wood. Cognac-Trinker mögen die dezente Süße ebenso wie Boubon-Fremdgänger, die es mal mit einem Scotch versuchen wollen. Die sanft betörende Vanille schmeichelt der Nase. Auf Zunge und Gaumen belohnen weiche, leichte Fruchtnoten, hinzu etwas prickelnde Würze und ein Anklang für Rosinen. Für Kenner mögen die 40% Trinkstärke gewiss etwas schwach und wässrig sein, aber für Einsteiger ist der Doublewood 12 ganz gewiss ein feiner Tropfen, auch wenn der kurze, etwas eindimensional Abgang nicht sonderlich aufregend ist.

Wie sieht die Nachreifung aus?
Man muss schon genauer hinsehen, aber nach 10 Tagen sieht der Balvenie Doublewood 12 einen Tick dunkler aus. War es vorher eine zarte Bernstein Färbung, so schimmert der jetzt Safran-farben.

Wie riecht die Nachreifung?
Die Mooreiche ist sofort präsent und dominiert beim ersten Riechen am Glas. Unglaublich, wie schnell und massiv der Whisky seinen Charakter verändert hat. Auf einen Balvenie 12 würde hier niemand mehr tippen. Schwere, würzige Eiche, viel Volumen, viel Körper. Nach einigen Minuten drückt dann doch noch etwas Vanille durch die Eichenfracht hindurch, florale Noten sind hingegen nicht mehr auszumachen.

Wie schmeckt die Nachreifung?
Es setzt sich das fort, was die Nase schon erahnen ließ. Schwere, kraftvolle Würze und Eichennoten breiten sich auf Zunge und Gaumen aus. Der Nachreifungsprozess hat aus dem feingliedrigen, eher sanftmütigen Doublewood ein echter Schwergewicht werden lassen. Viele Tannine, viel Würze und Eiche, aber eben doch ganz anders, als man diese von anderen Eichenhölzern bislang kennt. Über 1000 Jahre alte Mooreiche (das genaue Alter wird zur Zeit mit der C14-Methode bestimmt) schmeckt definitiv anders als alles, was mir bisher ins Glas gekommen ist.

Abgang und Fazit
Eine so massive Veränderung in Geruch und Geschmack hätte ich nicht erwartet. Obwohl der Doublewood nur 40% Alkoholstärke enthält, ist die Reaktion mit dem Holz unerwartet heftig. Mir persönlich ist die Veränderung nach 10 Tagen schon zu intensiv, da vom eigentlichen Charakter des Whiskys zu wenig übrig bleibt.

Nachtrag 1: eine neuer Test, nur mit 3 Tagen Nachreifung gefällt mir wesentlich besser. Balance aus Mooreiche und Originalgeschmack deutlich überzeugender.

Nachtrag 2: und noch ein Test. Das Mooreichenstück zum zweiten Mal verwenden. Kaum Änderung der Farbe nach 10 Tagen, aber geschmacklich ebenfalls sehr harmonisch. Mooreichen-Aromen in Kombination mit dem typischen Balvenie Geschmack. Schmeckt jetzt nicht mehr wie ein 40 EUR Whisky, sondern extravaganter.


BEN NEVIS 16 "Highland Warrior" Cask: 1611 52.6%


BENNEVIS
Wie schmeckt das Original?
Der markante Brennereicharakter von Ben Nevis mit seinen leichten Malz-und Toffeenoten ist sofort präsent. Duftet wie buttriger Streuselkuchen, der frisch aus dem Ofen kommt. Hinzu eine Note Kaffee und Pfirsich, die den Gaumen betört und auch ganz lange nachklingt. Einfach ein traumhafter Malt, dem man die Faßstärke von 52,6% zu keiner Zeit anmerkt.

Wie riecht die Nachreifung?
Ganz klar ein Ben Nevis, aber es scheint, als habe jemand auf den "Turbo" Knopf gedruckt. Volle, weiche Eichentöne, hinzu die charakteristischen Ben Nevis Aromen wie Toffee, Kaffee, ergänzt um eine riesige Fuhre reifer Fruchtaromen. Pflaume, ebenso vollgesogene Rosinen. Obwohl das 16jährige Original nun alles andere als ein Jungspund ist, wirkt die Mooreichen-Nachreifung entschieden älter.

Wie schmeckt die Nachreifung?
Nuss, dunkler Espresso, Zimt und viel Eiche. Aber der Ben Nevis hält der Mooreiche deutlich besser stand als der Balvenie. Während der 12jährige Speysider mit der Nachreifung etwas überfordert scheint, ist der 16jährige Highlander anscheinend ein ebenbürtiger Partner bei der Schlacht der Aromen. Der Charakter des Ben Nevis bleibt erhalten, ergänzt um eine geschmackliche Komponente, die ich in diesem Fall als wenig aufdringlich, sondern edel bezeichnen möchte.

Abgang und Fazit
Die Reaktionen der Mooreiche auf den faßstarken Whisky sind komplex, aber zu keiner Zeit aufdringlich. Der krasse Wechsel der Farbe von strohgelb auf sattes Hennarot innerhalb von 10 Tagen ist absolut unglaublich. Für Auge, Nase und Gaumen ist die Nachreifung in jedem Fall ein echtes Highlight. Ohne den eigentlichen Charakter des Whiskys zu verändern, schafft es die Mooreiche der Highland-Abfüllung ein sattes Pfund mehr mit auf den Weg zu geben. Alles wirkt gediegener, reifer, voller. Blind verkostet hätte ich locker auf einen 22jährigen, vielleicht sogar 25 jährigen getippt.

Nachtrag 1: Ich habe den Test ebenfalls noch einmal mit einem ungeräucherten Stück Mooreiche probiert. Farblich war die Veränderung ebenso stark, allerdings war die Fülle der fruchtigen Aromen, diese reife Süße, nicht so stark ausgeprägt. Hingegen waren einige Nuancen Zimt und Kardamom in Nase und Gaumen festzustellen, die ich bei der geräucherten Variante nicht feststellen konnte.


LAPHROAIG 10 CASK STRENGHT BATCH 007 – 56,3%


LAPHROAIG
Wie schmeckt das Original?
Ein krasser Stoff. Holzasche, verbrannter Toast mit Honig, hinzu ein fast schon stechend phenolischer Duft, der sich in der Nase ausbreitet. Für zarte Gemüter ist die Bond-Abfüllung gewiss nix, süße Asche mit Zucker, feuchte Erde, Salz und süßer Ingwer gegen Ende hin. Der extrem lange Abgang und die zarte Süße, die den Rachen gegen Ende hin hinaufsteigt, werden nur die zu schätzen wissen, die mit stark getorften Whiskys etwas anfangen können.

Wie riecht die Nachreifung?
Die Mooreiche hat es schwer, gegen diesen intensiven Tropfen anzukommen. Fast scheint es, als wenn sie es schafft, den Geruch etwas abzumildern und weicher zu machen. Der stechend scharfe, phenolische Geruch wirkt durch die weichenwarmen Eichentöne ein Tick weniger aufdringlich.

Wie schmeckt die Nachreifung?
Oha, doch doch, auch hier sind viele Tannine und Eichenaromen im Whiskys gelandet. Nach der eher zögerlichen Nase kann die Mooreiche beim Geschmack punkten und verschiebt den phenolischen Torfcharakter des Originals eher in Richtung qualmenden Lagerfeuerduft. Insgesamt wirkt der Whisky voller, öliger und etwas weicher, die Aromen der Mooreiche sind eine schöne Addition zum nach wie vor sehr dominant, prägnanten Laphroaig-Geschmack.

Abgang und Fazit
Laphroaig-Fans lieben ihren Islay-Stoff, gerade weil er so raubeinig und kompromisslos ist. Insofern gibt es nicht wenige, die lieber einen 10er im Glas haben als einen 18er, weil hier schon so viele Raucharomen etwas abgemildert erscheinen. Die Mooreiche verschiebt meiner Meinung nach auch den phenolisch-stechenden Charakter des Whiskys hin in eine etwas rundere, ausgewogenere Richtung. Die üppige Veränderung der Farbe von einem Ocker/Safran-Ton hin zu einem edel aussehenden Pariser Rot binnen weniger Tage ist unglaublich. Die Mooreiche wirkt hier eher besänftigend im Gegensatz zum Balvenie und Ben Nevis.

Nachtrag: Ich habe den Whisky noch 10 weitere Tage nachreifen lassen. Farblich konnte ich keine Veränderung feststellen, Duft und Aroma wurde noch eine Nuance weicher und holziger. Definitiv ein guter Kandidat für einen Langzeit-Test. Die folgenden Proben werde ich im Monatstakt entnehmen.


Generelles Fazit


Das Experimentieren mit Mooreiche weckt das Kind im Mann (und der Frau). Ich würde nicht unbedingt einen Black Bowmore zum Testen verwenden, ansonsten darf man der Kreativität freien Lauf lassen. Faßstarke Whiskys beschleunigen die Reaktionen mit dem Holz. Ich denke, für den ersten Versuch eignet sich jeder Whisky, den man gern trinkt und dessen Geschmack man verinnerlicht hat. Es ist auch empfehlenswert, pro Woche ein kleines Sample aus der Nachreifung abzufüllen, so kann man die Entwicklung auch über mehrere Wochen sehr genau beobachten.

FAKTS1

Für wen ist Nachreifung mit Mooreiche interessant?

- wer wissen möchte, wie Mooreiche schmeckt
- wer einem Whiskyliebhaber ein ausgewöhnliches Geschenk machen möchte
- wer einen preiswerten Whisky veredeln möchte
- wer schon nach wenigen Tagen Ergebnisse sehen, riechen und schmecken möchte

FAKTS2

Wer sollte von Mooreiche lieber die Finger lassen?

- wer nicht auf kräftige, tanninhaltige Eichenaromen steht
- wer einen bereits als perfekt erachteten Whisky noch besser machen möchte. Nehmen sie lieber einen Whisky, wo sie der Meinung sind: "Da geht noch was"

Wie oft kann man Mooreiche verwenden?

- zwei bis drei Mal, wobei sich die Reaktionszeiten entsprechend verlangsamen


Nachtrag: Im Prinzip funktioniert das Verfahren mit allen handelsüblichen Spirituosen ab 40% (Rum, Grappa, Cognac, Wodka etc.)

Glen Els Künstlerin Danjela Diamond

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Mit der Künstler-Serie kredenzt die Harzer Whisky-Schmiede GLEN ELS nicht nur exzellente Tropfen, sondern bietet auch Künstlern die Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Mich hat interessiert, wie es überhaupt zu dieser Kooperation kommen konnte und habe ein kurzes Interview mit DANJELA DIAMOND geführt, die das wunderschöne Etikett zur GLEN ELS Künstler-Edition No. 1 erstellt hat.

Stell dich bitte zuerst mal kurz vor. Wo wurdest du geboren, wo lebst du jetzt und was machst du beruflich?
Ich höre auf den Namen Danjela Diamond. Geprägt hat mich Palermo. Momentan lebe ich in Berlin, wo sich genug Freiraum findet um mich selbständig und kreativ zu verwirklichen.

Nun fragt sich natürlich fast jeder: wie kommt man in Kontakt mit einer Harzer Whisky Brennerei und schafft es, die zu überzeugen, die eigene Kunst als Flaschenettikett zu verwenden? Hattest du vorher schon Kontakt zur "Whisky-Szene"?
Ausschlaggebend war eine Künstlerwoche im Harz, an einem zauberhaften Ort, mit kreativ schaffenden Menschen, welche dort jährlich zelebriert wird. Im Umfeld dieses Treffens ergab sich der Kontakt zu Glen Els und daher dann auch die Anfrage ihrerseits, ob einige der Künstler an ihrer limitierten Künstler-edition teil haben wollen und dafür die Etiketten gestalten möchten.

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Stelle uns deine Arbeit etwas näher vor. Was machst du da alles?
Ich banne Wirbellose unter Missbrauch von Acrylfarben auf Notenblätter oder ähnlich wirkende Hintergründe. Dabei bediene ich mich der dritten Dimension. Licht und Schatten werden punktuell gesetzt. Mein Repertoire umfasst aber nicht nur die graphische sondern auch die plastische Gestaltung. Ich arbeite mit Knochen, anderen natürlichen Materialien, sowie Leichtmetallen.

Gab es speziell bei der Zusammenarbeit mit Glen Els irgendwelche Vorgaben seitens der Brennerei? Haben sie etwas spezielles gesucht oder hattest du bei der Gestaltung freie Hand?
Zur Abrundung des Projektes trafen wir uns vor Ort. Grundthemen wie Rohstoffe, Herstellung, Fassreife und Genuss wurden in den Ideenpool geworfen. Jeder der teilhabenden Künstler fischte sich sein, für sich, passendes Thema heraus. Danach konnten wir uns frei entfalten.

Gibt es eine offizielle Erklärung deinerseits, was da genau auf dem Etikett zu sehen ist, oder überlässt du das der Fantasie der Käufer?
Meine Wahl fiel auf das Grundthema Rohstoffe, Destillation, Brennblase..etc., welches ich mit meinem Faibel für Insekten mischte. Das Ganze wurde im analogen Stil auf Papier umgesetzt, da ich ausschließlich computerfrei arbeite.

Hast du für diese Kooperation eigentlich auch negatives Feedback erhalten? Whisky im speziellen und Alkohol genießen zwar gesellschaftliche Akzeptanz, aber kritische Stimmen mit Hinweis auf mißbräuchlichen Konsum von Alkohol gibt es ja auch.
Aus meinem Umfeld gab es nur positives Feedback . Ansonsten habe ich für ein vorhandenes Genussmittel ein Etikett entworfen. Zum Thema Alkohol gibt es sicherlich auch einige negative Stimmen, dies hat aber nichts mit meinem künstlerischen Schaffen zu tun.

Du hattest unlängst eine Ausstellung auf dem Wave Gothic Treffen, wie ist das dort abgelaufen?
Die Gemeinschaftsausstellung Traum_A - Plan_D, in der Katakombe des Werk2, war für mich eine bemerkenswerte Zusammenarbeit. Drei Künstler im gleichen Grundtenor: Pfingsten, Leipzig, schwarz.

Letzte Frage: warst du schon einmal in Schottland und welchen Whisky trinkst du am liebsten...
Mit Whisky halte ich es wie mit einem seltenen Gespräch alter Freunde, wenn die Qualität stimmt bin ich vielseitig.

Danke an Danjela für die Beantwortung der Fragen. Weitere Infos auf ihre Homepage.

GLEN ELS Künstleredition No. 1 hier kaufen!

Interview: Volkmar Weber

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Whiskyfässer

Immer wieder kommt die Frage auf, in welchen Fässern Whiskys gereift wurden. Als Faustformel gilt: je kleiner das Fass, desto mehr Flüssigkeit kommt in direkten Kontakt mit der Fasswand, was sich auf die Intensität der Aromen natürlich auswirkt.

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Malt Artist: Petri Jäsperi

Durch Zufall bin ich auf den schwedischen Maler Petri Jäsperi aufmerksam geworden. Er malt mit Öl auf Leinwand wirklich herrliche Whisky Stillleben. Weitere Bilder findet ihr auf seiner Homepage. Am besten kontaktiert ihr ihn über den Facebook Messenger. Er nimmt auch Auftragsarbeiten an. Alles Gute Petri!

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Port Charlotte Wiedereröffnung noch nicht 2016

Wiedereröffnung von Port Charlotte doch nicht 2016
Es ist ein Ereignis auf das sich Islay-Fans schon lange freuen: Die Wiedereröffnung der 1929 stillgelegten Port Charlotte Distillery. Die Brennerei im gleichnamigen Ort wäre die neunte auf Islay. Das Land, die (baufälligen) Gebäude und der Markenname gehören zu Bruichladdich und damit zu Rémy Cointreau. Immer wieder war über eine geplante Wiedereröffnung für das Jahr 2016 spekuliert worden.
(weiterlesen auf ALKOBLOG)

Port-Chalotte-2016

Bild Quelle: Light House, Port Charlotte, Islay
by: James Orr | (Gallery Tolquhon)

Scapa Brennerei Visitor Center

Bis jetzt hatte ich ja immer eine Ausrede, nicht auf die Orkney Inseln fahren zu müssen, aber nun komme ich nicht mehr drumherum. Die kleine SCAPA Brennerei kann ab sofort besichtigt werden. Bislang ging das nicht, aber nun ist ein Besucherzentrum eröffnet worden. Christian Kaufmann aus der Whisky-Facebook-Gruppe war schon vor Ort und war so cool, mir diese Bilder zur Verfügung zu stellen. Danke Christian!

Scapa-Visitor

Brian MacAulay, der Distilling Manager, hat höchstpersönlich das Schild "No Visitors" entfernt.

Die neuen Öffnungszeiten: 09:30 – 17:00 Uhr

Bis zum 28.09.2015: Sieben Tage pro Woche (Mo-So)
Bis zum 13.11.2015: Fünf Tage pro Woche (Mo-Fr)

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Octo-Möhren

OCTOMORE 7.1. + 7.2.

Auf ein Neues! Bruichladdichs Octomore erfreut sich einer stetig wachsenden Fanschaar, die der Magie der pechschwarzen Flaschen erlegen sind. Über Preise diskutiert man nicht, schließlich rechtfertigt die hohe Zahl an ppm (fast) alles. Seit einigen Wochen sind nur Ausgabe 7.1. und 7.2. am Markt und gehen weg wie warme Semmeln.


Octomore 7.1
Dies mal aus Schottischen Barley und mit 59.5% Alk. vol. und 208ppm.

Tasting Notes:
Nase Salzige Gischt, Karamell mit etwas Zitrus und einem Hauch Tabak. Nach und nach dringt die Torfnote immer mehr durch und verschmilzt mit Vanille, Minze und Mandel. Fruchtige Noten von Pfirsich und Birne. Eine duftende Symphonie und wahres Genusserlebnis. Gaumen Yeahaa! Weich, süß und rauchig. Unvergleichliche Textur wie Samt und Seide. Wärme von Holz, Rauch und reifen Früchten sind die Folge einer extrem langsamen Destillation zu 208ppm. Süße Aromen von Honig, Vanille, Zitrus und Crème Brûlée verbinden sich perfekt mit den komplexen Noten von Salzwasser, Leder und würzigem Farn. Der süßen Eichen Note folgt ein unendlich langer salziger und torfig-rauchiger Abgang.

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Octomore 7.2
DAS NEUESTE Exemplar des Octomore CULTs, mit der Weltweit höchsten ppm WHISKY SERIE, bringt eine CUVEE Ausgabe in limitierter Auflage. Dieser reifte in SYRAH WEIN Fässern die einst in den Weinbergen des Nördlichen Rhonetals lagerten. Das Ergebnis ist ein hervorragender Octomore mit reichhaltig Fruchtigen Noten, einfach lecker.

Octomore 7.2 Tasting Notes
Nase Golden Syrup, Rauch und rote Beeren zu beginnen. Sanfter Rauch schlängelt sich durch pochierte Birne und Apfelkuchen mit den reifen Früchten wie Pfirsich und Aprikose. Auch zarte florale Noten mit Heidekraut, Rosen und Orangenblüten. Gaumen Die Kombination von süßen Früchten und Rauch ist klassisch für diesen Octomore. Riesige Mengen an Torf in perfekter Balance mit den Aromen aus dem Fass. Durch ein oder zwei Tropfen Wasser bekommt man Kirsche, Brombeere, Erdbeere aus den Syrah Fässern frei. Auch Peat, Toffee, brauner Zucker, Honig und Creme Brûlée von der amerikanischen Eichen kommen durch. Abgang Zitronenschale, rote Früchte, Vanille, Eiche mit tiefen Rauch. Ein starker Islay mit kraftvollerm Charakter.
(Quelle: www.whisky-europa.de)

Interview: Die Glendranostra

Über einen Begriff bin ich in den vergangenen Monaten mehrfach gestolpert: GLENDRANOSTRA. Da ich mir darauf keinen echten Reim machen konnte, begann ich, Nachforschungen anzustellen und fand zwei Gesprächspartner, die ein wenig aus dem Nähkästchen plauderten. Hier ein Zusammenschnitt von zwei Interviews, die separat geführt wurden. Danke an die Glendranostra und Andreas Ames für die Antworten.

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Was kannst du mir im Vorfeld über die Glendranostra erzählen?
Die Glendranostra ist die "Whiskymafia", die in Deutschland Whisky nachreift, sie ist eher ein lockerer Fan-Club, der kommunikativ über Facebook in Verbindung steht und Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar der Schweiz hat. Entstanden sind sie aus einer Art Laune heraus. Namentlich zu erkennen, verbirgt sich unter anderem der Name Cosa Nostra in diesem Kunstnamen. Wobei unsere Fangemeinde in keiner Weise kriminellen Aktivitäten nachgehen tut, sondern wie bekannt, das Hobby Whisky inne hat. Von den Initiatoren wurden auch verschiedene Kleideraktionen gestartet, so dass wir meistens bei Veranstaltungen wie Messen oder Gruppentreffen gut zu erkennen sind. Unter uns kennen wir uns noch nicht alle persönlich, was aus den relativ großen Entfernungen zwischen den Mitgliedern resultiert. Die Glendranostra ist unsere "Famiglia". Da unterstützen wir uns alle gegenseitig. Besorgen uns seltene Abfüllungen, treffen uns, sofern räumlich möglich. Und wir machen Nachreifungen in Deutschland, die grundsätzlich wirtschaftlich uninteressant sind.

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, hattet ihr auch schon eigene Abfüllungen?
Ja, es sind schon mehrere besondere Abfüllungen gemacht worden, die auch mit besonderen Flaschen aufgelegt wurden. In der Regel sind es Abfüllungen in geringer Stückzahl, die oft schon von den Mitgliedern im Vorfeld aufgekauft wurden. Unter dem Label Premiumcask gab es zwei GlenDronach-Abfüllungen. Aktuell gab es dieses Jahr und anlässlich für die Whisky Spring in Schwetzingen auch eine Sonderabfüllung, welche man auch käuflich am Stand erwerben konnte. Diese nannte sich "Don of Schwetzingen". Für das Label wurde der Schlosspark stilisiert und an ein Marionettenkreuz gehängt, welches von einer Hand gehalten wird.

Habt ihr das immer schon so gemacht?
Angefangen hat das Nachreifen damit, dass ich sehr viele Flaschen unseres ersten Fasses übrig hatte und neugierig war, wie eine weitere Sherryfassreifung mehr Tiefe zum Vorschein bringen könnte. Damals war die Facebook-Gruppe "Treffpunkt feiner Geister" noch familiärer und das erste Premiumcaskfass ein Kind der Gruppe.
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Ich kann mir vorstellen, dass man gute Fässer nicht einfach bei Google findet. Wie ist das abgelaufen?
Woher die Abfüllungen kommen, wird nicht immer von unseren "Paten" bekanntgegeben. Von manchen ist der Whisky bekannt, unter anderem haben wir zur Zeit der Schwetzinger Messe und in nur kleiner Menge (20cl) einen Tullibardine New Make bekommen können. Bis jetzt wurden immer von einem Flaschenzulieferer schwarze Tonflaschen hinzugezogen, welches durch ein selbstentworfenes Label eines Gruppenmitgliedes bedruckt wurde.

Wie erfahren die Leute von einer neuen Abfüllung?
Es gab einen Labelwettbewerb, den mein Freund und Geschäftspartner Thorsten Niesner präsentierte. Er ist unser Frontmann, der "Pate" im Vordergrund. Das Design der "Sherrybomb" stammt also auch aus dieser Gruppe. Wenn bekannt wird, das es wieder zu einer Sonderabfüllung kommen wird, wird eine Bekanntgabe gemacht, wer will kann sich dann eine oder mehrere Flaschen sichern, bleiben Flaschen übrig gehen sie in den offenen Verkauf.

Glendranostra vs. Glendronach, gibt es da einen Zusammenhang?
Hier muss an dieser Stelle ganz klar festgehalten werden, das die Glendranostra rein gar nichts mit der Destille Glendronach zu tun hat und dies wird auch knallhart vertreten.
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Wieviele Leute sind im Club dabei und wieviele Flaschen sind im Umlauf?
Aktuell sind wir 99 Mitglieder. Die geringe Zahl fusst darauf, das man uns nicht so einfach im Netz (Facebook) findet, hierzu wird man eingeladen, was einer kleinen Ehre gleich kommt. Ähnliches passiert auch bei meinem Whiskyverein, wer sich per Formular bewirbt, wird erst durch Vorstandsbeschluss aufgenommen. Zum ersten großen Gruppentreffen der "Feinen Feister" hatte ich dann ein 40l PX-Fass dabei, gefüllt mit stark getorftem Islay-Whisky. Der "Don of the Isles". Wie alle Glendranostra-Abfüllungen in Deutschland nachgereift, also kein Scotch und kein schottisches Produkt. Wir weisen inzwischen bei jeder Möglichkeit darauf hin. Diese Flaschen werden fast ausschließlich an Freunde und Familienmitglieder verkauft und jeder weiß, dass er kein schottisches Produkt kauft.

Haben Glendranostra-Mitglieder die Chance, im Vorfeld bestimmte Fässer zu testen, bevor für die Abfüllungen etwas auswählt?
Die Mitglieder dieser Gruppe sind hierzu nicht stimmberechtigt und haben keinen Einfluss darauf, was die Urheber kaufen. Die Fan-Gruppe oder eigentlich jede einzelne Person unterstützt lediglich die Sache Glendranostra, wie es nach eigenem Ermessen möglich ist. Nicht jeder nimmt spontan die Abfüllungen und nicht jeder beteiligt sich an Kleideraktionen.

Volkmar Weber



BenRiach Dunder

Der nächste Hype? Nach dem Glendronach Marsala hat diese neue Abfüllung aus dem Hause BenRiach das Zeug dazu, Jäger und Sammler der Szene in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen. Der Benriach Dunder ist ein 18jähriger getorfter Whisky, der in Dark Rum Fässern gefinisht wurde. 1888 Flaschen werden davon aufgelegt, und zwar, wie Benriach ausdrücklich betont, in einem einzigen Batch. Der Dunder wird mit 46% abgefüllt und kommt aus amerikanischen Eichenfässern. Er gehört in die gleiche Produktkategorie wie der im Februar erschienene Benriach Albariza. Sein Name stammt vom Rest des Zuckerrohrsafts, der beim Erzeugen von Rum in der Brennblase verbleibt. In England gingen die Flasche um die 100 EUR weg, wer Glück hatte und eine ergatterte. Über Umwege durch Holland, Belgien und Frankreich schwappen gerade die ersten Flaschen auf den deutschen Markt (vornehmlich Ebay) mit teilweise satten 100% Aufschlägen.

Benrieach-Dunder

The Devils Punchbowl III

Da werden die Sammler frohlocken, dass nun auch diese ARRAN Kollektion einen würdigen Abschluss findet. Gerade erst das Triple mit 16, 17, 18er vollgemacht und nun auch der dritte teuflische Geselle, der sich anschickt, zum gesuchten Sammelobjekt zu werden. Ranhalten, viele gibt es davon nicht.



Arran-Devil

Interview: Iain McIntosh

IAIN McINTOSH – Der Illustrator


Whisky, das ist der Stoff aus dem die Träume sind. Doch um zum Traum zu werden, braucht es vieles. Nicht nur Whisky, sondern auch ein Image, eine Flasche, eine Verpackung, ein Etikett. Fast jeder von uns hat Iain McIntosh bei sich im Regal stehen, ohne es vielleicht zu ahnen. Iain gestaltet Etiketten und Flaschenlabels, er verpasst Schmuckdosen ein stimmiges Design, dass so schön ist, dass man nicht selten leere Schachteln und Dosen behält, auch wenn die Flasche längst leergetrunken ist. Die meisten Menschen sind Ästheten, auch wenn sie vielleicht noch nie bewusst darüber nachgedacht haben. Und doch ist gerade Verpackung und Gestaltung einer Whiskyflasche das Tüpfelchen auf dem I, wenn man zur guten Stunde mit seinem Dram in der Hand den Tag ausklingen lässt. Wer hat sich nicht schon dabei ertappt, wie er jeden Quadratzentimeter der Verpackung liebevoll betrachtet hat, wie jedes Wort auf dem Etikett wie ein sanfter Glockenschlag erklingt. Und sind es nicht die ganz besonders schön gestalteten Dosen und Flaschen, die einen prominenten Platz in der eigenen Hausbar bekommen? Leuchttürme und Horte der Erinnerung und Fantasie.

Obwohl Iain gerade bis zum Hals in Arbeit steckt, war er kurzfristig zu einem Interview bereit, welches ich Anfang März 2015 mit ihm geführt habe.
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Iain, schön dass du dir Zeit genommen hast. Stell dich bitte zuerst kurz vor. Wo wurdest du geboren und wo lebst du heute?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Motherwell, dem Zentralgürtel von Schottland. Als ich mein Kunststudium begonnen habe, bin ich nach Edinburgh gezogen und nicht mehr weggegangen. Ich mag es wirklich hier, auch wenn das Wetter mitunter sehr unangenehm sein kann.

Wie bist du mit dem Whisky-Business in Kontakt gekommen? War es geplant, irgendwann mal Flaschenetiketten- und Labels zu zeichnen?

Ich habe definitiv ein Faible für die Gestaltung von Verpackungen, Kaffee, Tee, nur um einige zu nennen. Mit der Zeit kamen auch Bierlabels und Whisky dazu. Ich denke, mein sehr einfach gehaltener Stil aus schwarz und weiß passt einfach gut und lässt sich zudem in einer hohen Qualität drucken und reproduzieren. Mit Farben und Farbverläufen ist das mitunter schwieriger. Abgesehen davon glaube ich, dass die Art und Weise, wie ich meine Designs anfertige auch dem klassischen Look entspricht, von dem viele Leute glauben, dass es zur Atmosphäre eines Whiskys passt.

Wann hast du begonnen zu zeichnen? Sicher schon lange bevor du dich entschlossen hast, nach Edinburgh zu gehen, oder?

Schon als kleiner Junge liebte ich es zu zeichnen und das ganze habe ich über die Jahre mehr und mehr ausgebaut und mich entwickelt. Im Studium lernte ich dann weitere Techniken, die mir gerade für Illustrationen sehr geholfen haben. Reproduzierbarkeit ist ein sehr wesentlicher Aspekt meiner Arbeit, da muss man im Vorfeld schon sehr genau planen, was die Anforderungen des Kunden sind.

Lass uns da mal näher ins Detail gehen. Kannst du den Workflow näher beschreiben, wenn du einen neuen Auftrag einer Destillerie bekommst. Bist du eher ein Skizzentyp, der sich alles in einen Notizblock kritzelt, oder legst du direkt mit Photoshop los?

Wenn es nach mir ginge, würde ich alles als Holzschnitt anfertigen, aber das ist total unpraktisch, erstens weil es zu lange dauert und zweitens, weil man dann kaum noch etwas ändern kann. Nahezu alle Aufträge, die ich annehme, erhalte ich von Design Agenturen, die im Auftrag von Destillerien nach geeigneten Künstlern suchen. Sie haben meist sehr konkrete, spezifische Ideen und Vorschläge. Bis eine Arbeit von mir wirklich akzeptiert und angenommen wird, muss sehr oft viel geändert werden. Daher läuft es fast zwangsläufig darauf hinaus, dass ich viel mit dem Computer arbeite, da hier Änderungen recht zügig erstellt werden können oder man parallel auch mehrere Versionen für den Kunden vorhalten kann. Das ganze ist ein gemeinsamer Prozess, den man durchläuft. Trotzdem vermeide ich es, sofort direkt die Ideen in Programmen wie Photoshop zu entwickeln, sondern mag es sehr, zuerst nur mit Stift und Notizblock meine Ideen festzuhalten. Ich scanne die Sachen dann später ein und bearbeite sie mit meinem Wacom Tablet, was zusammen mit dem Photoshop eine sehr gute Performance bietet.
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Ein Label, ein Etikett verkauft ja auch Träume und soll den Kunden in eine bestimmte emotionale Richtung lenken. Wie ist deine Erfahrung mit Whisky-Herstellern bislang gewesen. Denken sie auch in künstlerischen Dimensionen oder ist ihr Interesse nur auf Marketingstrategien beschränkt?

Oh, das kann man pauschal nicht sagen, da es starke Unterschiede gibt. Die meisten Whisky-Hersteller haben in ihrer Firma einen Chefdesigner, der peinlich genau auf die Außendarstellung seiner Firma achtet. Er muss nicht zwingend selbst ein Künstler sein, in jedem Fall aber ein Ästhet, der sich dem Image seiner Destillerie verbunden fühlt. Egal ob nun auf Fotos, Werbeanzeigen oder Etiketten. Spannend für mich wird es, wenn Firmen beschließen, einen Imagewechsel in Szene zu setzen. Dann hat man mehr Freiraum und klebt nicht in den engmaschigen Vorgaben, die ein jahrelang gepflegtes Corporate Design so mit sich bringt. Das geht los bei der Typografie, bis hin zu Farben und Flaschenformen. Größere Firmen sind generell strenger und kleinlicher, weswegen ich gern auch für kleinere Firmen arbeite, weil ich hier mehr kreativen Input habe.

Gerade in den letzten Jahren hast du einen nicht unerheblichen Einfluss und Anteil am Erscheinungsbild vieler Whisky-Hersteller gehabt: Aberfeldy, Ardbeg, Bunnahabhain, Craigellachie, Glenturret oder Tullibardine haben mittlerweile Arbeiten von dir verwendet, die nun weit über den Globus verteilt in vielen Sammlungen und Whiskybars zu finden sind. Bekommst du denn von Destillerien hin und wieder mal eine kleine Aufmerksamkeit, abgesehen von dem Honorar, dass du für deine Arbeiten eh bekommst. Besonders wenn man für solch exklusive Flaschen wie dem Bunnahabhain 40 das komplette Design entworfen hat?

Oh, das wäre schön und ich wünschte, der Postbote würde hin und wieder eine kleine Aufmerksamkeit vorbeibringen. Natürlich passiert es hin und wieder, aber dann ganz sicher nichts aus dem exklusiven, hochpreisigen Segment, sondern eher eine Standardabfüllung.

Wie würdest du deinen Stil eigentlich selbst beschreiben? Und gibt es Künstler, Zeichner, Maler, die dich beeinflusst haben?

Ich mag Leute, die es mit einfachen Mitteln schaffen, auf einem sehr begrenzten Raum ihre Ideen umzusetzen. Noch besser, wenn es in schwarz/weiß passiert. Ich glaube, ich habe dieses Talent, ganz große Ideen in kompakter, stilisierter Form zu visualisieren. Mich hat diese Gabe auch schon bei Illustratoren der frühen 20. Jahrhunderts fasziniert, wie zum Beispiel Edward Bawden oder Eric Ravillious.

Eine letzte Frage, die ich natürlich stellen muss. Hast du einen Lieblingstropfen?

Ach, ich habe wirklich eine Menge probiert und über die Jahre immer wieder Lieblinge gefunden, die später von neuen Lieblingen abgelöst wurden. Das ist der Lauf des Lebens. Vor kurzem, nachdem ich das Design für Aberfeldy fertigstellte, habe ich den zum ersten Mal überhaupt probiert und war wirklich sehr davon angetan. Definitiv ein feiner Malt neben zahlreichen anderen, die ich jetzt nicht aufzählen möchte.

Okay Iain, vielen Dank für deine Zeit und interessanten Einblicke in deine Arbeit. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und kreativen Spirit.

http://www.iainmcintosh.com

Volkmar Weber

Port Ellen 35 Jahre

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Gleich 10 rare Abfüllung aus dem Hause Diageo sind angekündigt.


Brora 35
Rosebank 21
Lagavulin 12
Caol Ila 15
Strathmill 25
Benrinnes 21
Cragganmore 25
Caol Ila 30
Clynelish Select Reserve
Singleton 38
Port Ellen 35

35 Jahre lag dieser Port Ellen in amerikanischen und europäischen Refill-Eichenfässern. Ein episches Alter und ein Flaschenpreis von über 3000 EUR. Auch ohne den aktuell schlechten Pfund/Euro-Wechselkurs alles andere als ein Schnäppchen.

Hier direkt bei Caskers kaufen.

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Neue Old Particular Abfüllungen

Frühlingsgefühle für Whiskybegeisterte und -liebhaber werden dieser Tage von dem Familienunternehmen Douglas Laing & Co. aus Glasgow geweckt. Der bekannte unabhängige Abfüller und Whiskyspezialist hat einige ganz besondere Einzelfassabfüllungen herausgebracht, welche nun auch im deutschen Facheinzelhandel aufzufinden sind.

Die Reihe OLD PARTICULAR von Douglas Laing kennzeichnet die besten Fässer des Familienunternehmens. Fred Laing persönlich wählt diese Fässer aus und birgt mit seinem Namen für die Qualität. Hierbei kann Fred Laing auf die großartigen Fassbestände des Unternehmens zurückgreifen. Ein Großteil der Fässer ist hierbei nämlich eigentlich für die Produktion von Blended Whiskys vorgesehen. Doch die besten und außergewöhnlichsten Fässer werden zurückgehalten und im Idealfall für die raren Einzelfassabfüllungen OLD PARTICULAR ausgewählt. Natürlich nicht gefärbt und nicht kältegefiltert. Fast wie direkt aus dem Fass.

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Inchgower 14 Jahre OLD PARTICULAR 48,4% 0,70 Ltr. 774 Flaschen weltweit
Tasting Notes: Dunkle Früchte – Gewürze – Mokka – feine Süße

Arran 18 Jahre OLD PARTICULAR 48,4% 0,70 Ltr. 306 Flaschen weltweit,
Tasting Notes: Fruchtige Noten – mildes Getreide – süßer Sirup – Butterscotch

Bowmore 15 Jahre OLD PARTICULAR 48,4% 0,70 Ltr. 655 Flaschen weltweit
Tasting Notes: Lagerfeuer – süßer, weicher Torfrauch – dunkle Schokolade – geräuchertes Fleisch

Miltonduff 22 Jahre OLD PARTICULAR 51,5% 0,70 Ltr. 440 Flaschen weltweit
Tasting Notes: Wundervoll würzig – fruchtig – Hauch von Leder – feine Eichennoten
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