LONG POND 2004 - CRV - Rumclub Berlin
Private Selection # 59 - 63,3% 0,7L
Vom Jahrgang 2004 der Long Pond Distillery sind weltweit bislang gerade mal zwei Fässer abgefüllt worden, beide waren schneller weg als Freibier auf dem Dorffest. Dass RumClub für die 59. Edition seiner Private Selection noch ein weiteres Fass an Land ziehen konnte, grenzt an ein kleines Wunder. Obendrein trägt der Rum das historische Mark „CRV“, einen leichten Long-Pond-Stil mit niedriger Esterzahl, der heute gar nicht mehr gebrannt wird. Wer jetzt an ein Leichtgewicht denkt, liegt allerdings daneben. Die Abfüllung pendelt zwischen klassischer Jamaica-Dunkelwürze und der opulenten Aromendichte alter Tropenreifung. Dass einem dabei legendäre Abfüllungen der Siebziger und Achtziger oder der berühmte Appleton 30 Jahre in den Sinn kommen, ist kein Zufall.
Aroma
Zum Auftakt Mahagoni und dunkle Bourbonfass-Noten, dazu süßes Karamell, gedämpfte Eiche und die Wärme lang gereifter Tropenfässer. Mit etwas Luft kommen getrocknete Früchte, kandierter Zucker und dunkle Schokolade hinzu. Der typische Jamaica-Funk hält sich vornehm zurück und lugt nur mit dezenten Fruchtnoten um die Ecke.
Geschmack
Dicht, dunkel und stoffig, dabei erstaunlich elegant. Karamell, Melasse und reife Trockenfrüchte treffen auf dunkle Schokolade, braunen Zucker und würzige Eiche. Immer wieder schieben sich feine Fruchtnoten durch die süße Tiefe. Jamaica-Stil alter Schule, ganz ohne Schnickschnack.
Finish
Lang, warm und samtig. Kakao, gereifte Eiche, kandierter Zucker und ein Hauch Tropenfrucht hallen noch lange nach. Mit dem nächsten Schluck darf man sich ruhig Zeit lassen.
Zur Destillerie
Long Pond wurde 1753 gegründet und gehört zu den ganz großen Namen auf Jamaika. Die Brennerei hütet bis heute das Erbe ehemaliger Destillen wie Vale Royal, Cambridge und Lluidas. Gebrannt wird traditionell auf Pot Stills. Fünf davon stehen auf dem Gelände, zwei laufen derzeit, die übrigen drei Veteranen mit über 70 Jahren auf dem Buckel werden gerade restauriert. Dieser Rum hat 13 Jahre in der jamaikanischen Hitze verbracht und danach noch sieben Jahre im gemäßigten Europa nachgereift. Zwanzig Jahre Geduld, die man in jedem Schluck schmeckt.
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